
Dagmar, Kerstin, Claudia, Annegret und Annemarie
Wichtig ist uns,
dass Produkte, die hier produziert werden können, auch hier produziert werden und
ohne lange Umwege hier verkauft werden.
Über uns
Wir sind fünf Frauen, die in Hilbersdorf wohnen, arbeiten oder einen anderen Bezug zu diesem schönen Flecken Erde haben.
Immer wieder verbringen wir alle viel Zeit und lange Fahrwege damit, regionale Produkte einzukaufen.
Das wollen wir ändern!
Nicht nur hier, am besten gleich ringsrum.
Eigentlich haben wir nur damit begonnen, wöchentlich Bestellungen zu sammeln und die Waren mitzubringen. Irgendwann funktionierte das nur noch, wenn Listen geschrieben und Verteilzeiten ausgemacht wurden.
Das alles begann im Dezember 2021. Seit dem liefert der Bäcker (fast) wöchentlich Semmeln, Brot und Kuchen, es gab Südfrüchte aus Portugal durch eine Kooperation, die Brombeeren unserer Frühstücksmarmelade wachsen in Rosenhain, also gleich hinterm nächsten Hügel und wer Glück hat erwischt beim Abholen der Ware noch eine gewächshauswarme Gurke vom Gärtner nebenan.
Kann, was mit Nachbarschaftshilfe begann, ein wesentliches Problem unserer Lebensmittelversorgung lösen?
Unserer Kaufentscheidung als klares Signal gegen die Marktmacht der Discounter mit ihren dezentralen Strukturen? Vielleicht ist es ja gar nicht so schwer?
Alles nur ein Spiel? Die Regeln kennen wir ja schon. Gewinnen werden wir nur, wenn wir sie ändern.
lokalka – Machen wir es vor!
Die Ausgangssituation.
Läden auf den Dörfern gibt es kaum noch. Kleine regionale Produzenten spielen keine Rolle im Supermarkt, welche das Bild der größeren Orte bestimmen.
Produkte werden als „regional“ beworben und kommen doch vom anderen Ende Deutschlands. Lange, klimaschädliche Transporte, Plastikverpackungen und unerwünschte Inhaltsstoffe stellen den Erfolg der Discounter in Frage, aus deren Marktmacht das Ladensterben resultiert.
Unsere Dörfer zeichnen die typische Situation vieler kleinere Ortschaften und sind beispielhaft für diese Entwicklung. Die letzten Konsums hier wurden in den Wirren der 1990er Jahre geschlossen. Mancherorts halten Bäcker- und Fleischerwagen an einem Tag in der Woche für eine viertel Stunde.
In Hilbersdorf ist eine Gärtnerei im Oberdorf präsent, allerdings nur mit zwei Verkaufszeiten in der Woche von insgesamt 3,5 Stunden. Weitere Verkaufsangebote außer dem dort produzierten Gemüse und Kartoffeln, sowie Rüben, Stroh, Weizen und Sonnenblumen gibt es nicht, obwohl der Hofverkauf gut besucht ist.
Ein erweitertes Sortiment durch Zukauf ist für den Gärtner nicht leistbar und grundsätzlich fehlt es an Räumen und Strukturen für die Versorgung mit lokalen Produkten.
Wünschenswert für eine lokalen Versorgung aus der Region wäre die Kombination aus:
Nachhaltig wirtschaftenden Erzeugern, traditionellen Lebensmittelwerkern, kurzen Transportwegen und einem möglichst plastikfreien Einkauf.
Auch ein Lieferservice für Menschen mit geringer Mobilität wäre nötig und eine Abhol-möglichkeit nach Ladenschluss wünschenswert.
Welche Möglichkeiten der Grundversorgung gibt es für kleine Ortschaften?
Dorfladen, klassischer Laden für alle, auch als bürgerschaftlicher Laden oder Genossenschaft.
Kunden erhalten gewünschte Ware durch klassischen Einkauf an entsprechenden Ladenöffnungszeiten
Zwischenmenschliche Beziehungen, Kontakte Nachteile
Kaum wirtschaftlich betreibbar aufgrund unzureichender Umsätze, alle wollen einen Laden, doch keiner möchte sich festlegen verbindlich einzukaufen
Mangelnde Bereitschaft zum Wocheneinkauf, eher nur Ergänzungskäufe
Hohe Kosten durch z.B. Kassensysteme, Löhne, hohe Warenbestände
Meist ein Hauptlieferant (Großhändler) mit ähnlichen Zuliefern wie Discounter
Marktschwärmerei, Kombination aus Online-Shop und Wochenmarkt.
Vorteile:
Regionale Produzenten liefern zu einer bestimmten Zeit bereits bezahlte Ware und sind direkt vor Ort.
Dem Kunden entfallen die Wege von Hof zu Hof um seine Waren einzusammeln, Erzeuger kann Ernte oder Produktion im Vorfeld genau abstimmen.
Digital fast jederzeit verfügbar
Nachteile:
Nur geringe Umsätze sind auf den Dörfern zu erwarten, Marktschwärmerei nicht realisierbar
bzw. erfolgreich betreibbar, eher Städten vorbehalten
Zeitaufwand für Erzeuger hoch im Verhältnis zum Umsatz, System übernimmt keine Planung für effektive Lieferfahrten, somit ungenutzte Transportkapazitäten als Kehrseite vermeintlich kurzer Transportwege
Kriterien der Marktschwärmerei (z.B. Vorhandendsein eines Fleischers, Bestimmen über die Zulassung von Erzeugern) harmonieren nicht zwangsläufig mit den Wünschen und Anforderungen vor Ort
Servicegebühr für Portal bleibt nicht im Ort, fließt nicht in die regionalen Kreisläufe zurück
Pfandsysteme, Plastikverzicht basieren auf Freiwilligkeit, Realität→ zu viel Plastikverpackung
Vermarktung ausschließlich auf die Bestellung über das Internet ausgerichtet, Handicap für Ältere
Idee und Umsetzung „lokalka“ realisiert durch bürgerliches Engagement
Regionale Wertschöpfung und der Zugang zu regionalen Lebensmittel als Aufgabe des Gemeinwohls, Grundversorgung von Gewinnmaximierung entkoppeln.
Beginnend (ohne Onlineplattform)
Monatslisten: Waren von Produzenten aus der näheren Umgebung werden gesammelt aufgelistet
Anrufzeit für Vermittlung oder analoge Listen, vermittleln zwischen Erzeugern und Bewohnern
Dialog zwischen Erzeugern und Initiative um nachhaltigste Anliefer/Mitbringvariante zu finden
Verteilung der Waren generationsübergreifend organisiert, gegenseitiges Kennenlernen, Austausch Verteilung regelmäßig wöchentlich (mittwochs Bestellungen aufgeben, freitags abholen)
Ware wird „durchgereicht“, Initiative ist Gemeinschaft ohne Rechtsform, generiert keine eigenen Einnahmen, Hilfe zur Selbsthilfe
Ziel (mit Onlineplattform)
Initiative wählt Rechtsform
Organisiert interaktives Bestellsystem: Regionale Erzeuger stellen Waren ein, System verwaltet Lagerbestand / Lieferlisten / Gutschriften
Möglichkeit des analogen bzw. telefonischen Bestellens
System optimiert Lieferkapazitäten, später evtl. auch Auslieferkapazitäten
Feste Ausgabestelle im Dorf wird geschaffen, ist fußläufig oder per Rad erreichbar Erweiterung
Initiative schafft Räumlichkeiten für Saisonküche / Verwertung von Übermengen, Ferienzeiten
Plastikfreier Einkauf, Initiative betreut Pfandsystem, kümmert sich um Rückgabe z. B. sauberer Pfandgläsern
Ressourcensensibilisierung ( Aufklärung, Bildung)
Saisonorientierung ( Kann oder muss es das jetzt geben?)
Wissenstransfer ( Haltbarmachung, Anbau, Traditionen )
Stellt Onlineplattform anderen Interessierten zur Verfügung, kooperiert und vernetzt